Kaufempfehlungen

Liebe Jungjäger,
um ohne Verzögerung mit der Ausbildung durchstarten zu können, liste ich euch nachfolgend einige Quellen für Material und Ausrüstung auf, um deren Beschaffung ich euch bis zum Kursbeginn bitten möchte:

Gehörschutz:
Grundsätzliches zur Unterscheidung: Es gibt „In-Ear“ Gehörschutz und Kapselgehörschutz, der das Ohr außen umschließt.

Beide Varianten gibt es passiv und aktiv. Der passive Gehörschutz reduziert die Geräuschkulisse gleichmäßig, alles wird leiser. der aktive Gehörschutz dämpft laute Geräusche und verstärkt leise Geräusche. Ein Schuss hat dann die Lautstärke wie z.B. in einem Computerspiel und man kann sich gleichzeitig ganz normal unterhalten.

Kapselgehörschutz

Sordin Supreme Pro-X: ziemlich teuer, wasserfest, super Akustik, Gelkissen. Sehr geeignet für die Jagd etc.

3M Peltor: nicht ganz so teuer, etwas dumpf in der Akustik, mit und ohne Gelpads zu bekommen, ebenfalls geeignet.

Awesafe: Günstig und auch elektronisch, kein Gelpad, für die Ausbildung geeignet.

Soweit zu den aktiven Geräten. Alle drei Modelle wurden schon bei der Ausbildung genutzt und haben sich bewährt. Natürlich gibt es noch andere Hersteller, recht teuer z.B. noch MePaBlu.

Passive Kapselschützer gibt es reichlich und die meisten sind auch geeignet. Worauf ihr achten solltet: Die Kapseln sollten nicht dick auftragen, weil ihr sonst beim In-den-Anschlag-gehen mit dem Schaft dagegenhaut. Hier ein Beispiel für einen, der eher nicht geeignet ist.

In-Ear Geräte:

3M-EEP-100: Beispiel für ein aktives System von 3M Peltor, was Schützenkameraden bereits erfolgreich getestet haben.

Ganz einfacher Gehörschutz, reicht tatsächlich auch.
Dem Training/Unterricht ist leichter zu folgen, wenn der Gehörschutz aktiv ist, weil man dann das Gesagte besser hören kann. Es ist aber keine Pflicht und es bestehen auch die Leute, die mit einem passiven Schutz antreten, denn in der Prüfung wird die Schießleistung gewertet und nicht die Schönheit des Gehörschutzes.

Wer sich noch nicht sicher ist, dass die Jägerei etwas für ihn ist, kann auch problemlos „klein“ anfangen und ggf. während des Kurses aufrüsten, falls das dann noch erforderlich scheint. Wer sich sicher ist, dass die Jägerei die neue Passion wird oder schon ist, der sollte sich ruhig etwas wertigeres besorgen. In Schützer mit Gelpolster zu investieren ist z.B. durchaus sinnvoll, weil sie sich erheblich besser tragen, speziell mit Brillenbügeln.
In der Schießstandpraxis und gerade auch bei Wettkämpfen kann es zweckmäßig sein, beides zu besitzen. Passive In-Ears für das aktive Schießen, da die nicht im Weg sind und man sich ganz auf das Schießen konzentrieren kann und aktive Kapselschützer, wenn man nach dem eigenen Schießen dann die nächste Rotte werten muss. Es hat sich zudem bewährt, die kleinen gelben „Zapfen“ als Reserve im Gepäck zu haben, falls man die anderen vergessen hat etc.
Zusatzinfo: die Teile müsst ihr natürlich nicht bei Amazon bestellen. Ich habe Amazon nur ausgewählt, weil da viele Varianten zu sehen sind. Ihr bekommt einige Modelle auch bei unserem Braunschweiger Waffenhändler Knappworst und bei vielen anderen Anbietern im Internet. Bezugsquelle kann auch ein Baumarkt sein, achtet aber auf ausreichende Dämfung.
Letzte Info dazu: Kopfhörer für Handys (typisch mit Bluetooth), die auch Noise-Canceling können, habe ich letztens mal als Gehörschutz versucht. Das klappte erstaunlich gut (bei mir waren es welche von Sennheiser), aber dass die einen wirksamen Gehörschutz abgeben, dafür würde ich nicht die Hand ins Feuer legen.

Schutzbrille:
Ihr M Ü S S T !!! einen Gehörschutz tragen, aber ihr SOLLTET auch eine Schutzbrille tragen. Bei Flinte sehr zu empfehlen, bei Büchse vielleicht nicht ganz so wichtig.

Anforderungen an die Schutzbrille:
Großes Gesichtsfeld, speziell was den Blick nach oben anbelangt, darf sie keinen Rahmen oder so im Weg haben. Schlagfest sollte sie sein und die Augen möglichst weit umschließen.

Gut bewährt hat sich das Modell SF400 oder SF401 von 3M.

Die Schutzbrille sollte auf jeden Fall „frisch“ sein und kratzerfrei, da ihr bestmögliche Sicht auf die Tauben haben solltet. Falls ihr dazu eine Tönung kombinieren wollt, ist die Farbe orange sinnvoll, weil die die Farbe der Tauben hervorhebt. Die 3M ist das Einstiegssegment und ca. gleichauf mit Baumarktsbrillen, ist aber randlos und hat extrem flache Bügel, die dann wieder gut unter den Gehörschutz passen.

Im preislichen Mittelsegment (50-100€) gibt es auch einige Brillen, die aber – was die Schutzwirkung anbelangt – keine Vorteile bieten, sondern eher optisch wertiger sind. Die lohnen sich für euch aber eher nicht.

Schießsport hat in Deutschland eine lange Tradition und entsprechend gibt es jede Menge Schießbrillen. Die sind aber so gut wie immer für statische Disziplinen (Luftgewehr, KK, Kurzwaffe … alles auf Zielscheiben). Für den Flintensport gibt es im Hochpreissegment nur noch eine Marke: Pilla
Das „kleine“ Gebinde mit Box und drei Gläsern liegt dann schon mal bei 800 – 1200 €. Für euch ist das nicht nötig.

Schutzbrillen für Brillenträger
Eine normale Brille zur Augenkorrektur ist häufig so gebaut, dass der Rand auf Höhe der Augenbrauen liegt. Überdies ist die Brille gemacht, um geradeaus zu gucken. Beim Flintenschießen liegt der Kopf am Schaft an und man guckt relativ weit nach oben, so dass der Rand schnell stört. Im Sport wird das so korrigiert, dass man Brilleneinsätze für die Sportbrille einhängt.

Bei Neulingen tendiere ich dazu, mit der vorhandenen Brille schießen zu lassen. Die ist meistens auch aus Kunststoff und daher auch geeignet, Taubensplitter etc. abzuwehren. Bei Glasbrillen würde ich davon aber abraten.

Wer eine optische Korrektur vor’m Auge braucht, kann ggf. auch mit Kontaktlinsen arbeiten. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass das Sichtfeld nicht unnötig kleiner wird (bei Kurzsichtigkeit). Wer damit allerdings keine Erfahrung hat oder bei der Benutzung Probleme, der sollte sich da nicht zwingend durchquälen. Schießen mit Brille geht schon auch und hat bisher niemanden am Bestehen der Prüfung gehindert.

An weiterer Ausrüstung benötigt ihr für das Flinte-Schießen dann noch ein Basecap. Dieses Modell von Adidas hat sich sehr bewährt, es geht aber auch fast jede andere.

Der Vorteil liegt im gebogenen Schirm, der besser vor der Sonne schützt und im Umstand, dass es sie in fünf verschiedenen Größen gibt, so dass sie auch wirklich passt. Ich werde alle Größen zum Einführungsabend mitbringen, dann kann jeder der mag versuchen, welche für ihn geeignet ist. Jagdlich ist allerdings doof, dass sie weiß ist. Bereits vorhandene Caps gehen selbstverständlich auch; das ist kein kritisches Ausrüstungsstück.

Schließlich noch eine Info zu den Schießwesten. Die Firma Knappworst hat Schießwesten gestiftet, ihr braucht also keine eigene zu kaufen. Falls ihr doch eure persönliche Weste haben wollt, beschafft zum Beispiel dieses Modell von Beretta. Ihr braucht eine Skeet Schießweste ohne Lederbesatz im Anschlagbereich des Schaftes. Trap Westen, gefütterte Westen und vor allem auch die Modelle von Decathlon haben sich in der Vergangenheit nicht bewährt.

Skeetfibel:
Was ihr definitiv intensiv lesen und am besten auch auswendig können solltet, ist die Skeetfibel. Die Infos darin sind das Basiswissen für die Skeetausbildung und je besser ihr darüber Bescheid wisst, desto schneller kommen wir im Unterricht voran. Für eine gedruckte Fassung nehme ich 3,00 €. Jeder, der ein Druckexemplar haben möchte, schreibe mich bitte persönlich per Whatsapp an.